Ein Bild für ein Bild

Schnipseljagd

Lange schmückte Georg Karl Pfahlers “Metro Metro II” die Wand im Treppenabgang in die untere Etage. Auffällig blau und Initialbild für das Logo der Deutschen Bank. Seit kurzem hängt dort ein Werk von Marcel Odenbach, einem der bedeutensten, deutschen Video-Künstler. Titel seiner Kollage:  “Schnipseljagd”. Ein Bild mit Berlin- und Politbezug, das das nähere Hinschauen lohnt. Mehr Infos über den beeindruckenden Weg des habilitierten Ex-WG-Kumpels von Udo Kier und Weggefährten von Immendorff und Lüpertz hier:

http://www.khm.de/mk/lehrende/odenbach/

Bis die Tage!

 

Barchef, Restaurantleiter und “Salon”-fähiger Kolumnist

Ulf Klotz’s “Last Order” im neuen Gruner + Jahr Magazin

Vor einigen Wochen kam die Anfrage, ob Ulf Klotz – Restaurantleiter und Barchef im borchardt – Lust hätte, für ein neues Gruner + Jahr-Format als Kolumnist zur Verfügung zu stehen. Das Ergebnis ist heute erschienen im neuen Lifestyle-Magazin “Salon – Das Magazin für Gastlichkeit, Tischkultur und Lebensart”.

www.salon-mag.de

Titel der ersten Salon-Ausgabe ist “Alte Werte, neue Ideen” und das Ergebnis von Anne Petersen und Thomas Niederste-Werbeck schlicht gesagt ein Traum an Food- und Lifestyle-Reportagen, High End Rezepten und (last, not least) Ulfs Bar-Kolumne “Last Order” mit dem Winter-Drink Berlingroni à la borchardt – notiert von Mareike Nieberding, fotografiert von Wolfgang Stahr.

Bis die Tage!

“Wir hatten keine Ahnung, ob man uns in den Westen lässt”

25 Jahre Mauerfall – Matthias‘ Weg von der Prager Botschaft in den Westen

Unsere Belegschaft ist dies- und jenseits der Mauer aufgewachsen. Manche waren an der Mauer, als sie fiel, einige oben drauf. Aber nur einer von uns war im Inneren der Prager Botschaft, einem der zentralen Orte des Geschehens, der den Mauerfall erheblich mit vorantrieb: Matthias Schmidt.

Matthias war 13 Jahre alt, als seine Eltern Mitte der 80er Jahre den Ausreiseantrag stellten. Die Familie – politisch interessierter, als die SED erlaubte, zu viel Verwandtschaft in West, zu wenig Ämter in Ost. Die Stasi wollte den Schüler der polytechnischen Oberschule bei Potsdam anwerben, “aber was hätte ich erzählen können?“, sagt Matthias Schmidt. Als Quittung musste er die Schulbank gegen das Autobahnbau-Kombinat DDR tauschen. Der Antrag auf Ausreise wurde abgelehnt.

Auf der Flucht und Lichtjahre von der Gastroszene entfernt

Nach dem missglückten Versuch, die Donau bei Bratislava schwimmend zu durchqueren, stand im Spätsommer 1989 der Fluchtplan. Zu viert, mit heulender Schwester, flohen die Schmidts Richtung Prag, im Trabi und mit leichtem Gepäck, das nach Urlaubsreise aussah. Statt Camping: Bundeswehrzeltlager auf dem Prager Botschaftsgelände mit der Weltöffentlichkeit als Zuschauer. „Es war kalt, matschig, die hygienischen Verhältnisse katastrophal“, erzählt Schmidt. Die Stimmung zwischen Euphorie, Aggression und Trauer. Zu viele Menschen auf zu engem Raum.

Der geschichtsträchtige Auftritt von Genscher am 30. September 1989, der den Flüchtlingen vom Balkon herunter die Freiheit versprach – Matthias Schmidt bekam ihn nur am Rande mit. „Wir standen im Innenhof der Botschaft, spürten, dass da gerade etwas Großes passiert. Man konnte nichts hören, nichts verstehen, alle schrien vor Begeisterung“, so der Zeitzeuge. Die Ausreisewilligen wurden in Busse verfrachtet, mit mehr als zwiespältigen Gefühlen. „Wir hatten keine Ahnung, ob man uns wirklich in den Westen bringen würde, schließlich mussten wir DDR-Gebiet passieren.“

Die Flucht als Abenteuer

Die Flucht glückte. Kurz darauf fiel die Mauer. „All die Ängste, Entbehrungen, alles umsonst!, dachte ich mit 17“, sagt Matthias Schmidt. „Heute weiß ich um die Wichtigkeit der Flüchtlinge und den Druck, den sie ausgeübt haben.“ Aber Ostalgie? Nein! „Die Zusammengehörigkeit in der DDR war nicht größer. Die Mangelwirtschaft hat uns zusammengehalten.“ Die Flucht mit 17 sei ein Wendepunkt gewesen, „aber ich war zu jung. Für mich war das damals eher Abenteuer“. Heute ist er zurück, wo er damals herkam – aus der Nähe von Potsdam. 2008 hat Matthias Schmidt als Kellner im borchardt angefangen. Heute ist er Restaurantleiter bei uns. Und angekommen.

Bis die Tage!

Matthias Schmidt

Achtung, Paparazzi

Wenn sich der Boulevard langweilt

Wir sind wirklich verwöhnt, was Paparazzi betrifft und wollen hier mal eine Lanze für die Berliner Kollegen brechen. Berlins Promijäger sind taktvoll, wahren eine natürliche Distanz, fallen so gut wie nie unangenehm auf, machen gemeinhin sehr passable Fotos und haben tatsächlich so etwas wie eine Paparazzo-Ehre. Mit ihren US-Kollegen haben sie wenig gemein, die unwürdig auf Bäumen oder in stinkenden Tonnen herumlungern um Menschen abzuschießen, nur damit Hans & Franz sehen kann, dass sie so normale Dinge tun wie unsereins, zum Beispiel essen zu gehen.

Die XY hat was gesehen

Gestern ist es einer Zeitung tatsächlich gelungen, unsere Paparazzo-sichere Firewall zu umgehen und ein schlechtgemachtes Handyfoto von Manuel Neuer herauszuschmuggeln. Es ist weder eins dieser Fotos, das in 20 Jahren in einer sehr abgefahrenen, großartigen Galerie hängen wird wie der CO Gallery oder der Modern Tate in London, noch ist es eins, dass unsern Keeper Nr.1 in entlarvender Pose zeigt. Manuel Neuer (erkennbar) sitzt am Tisch (erkennbar) und unterhält sich mit Menschen! Bravo Jungs, das muss die Auflage in die Höhe katapultiert haben.

Nacktscanner gegen ‘Fremdies’?

Wir hoffen, dass es Manuel N. gelassen sieht und zitieren hier mal flott unsern Boss: “Eigentlich weiß jeder, dass im Borchardt nicht fotografiert werden soll und zu 99 Prozent halten sich alle dran. Dass wir Prominente im Restaurant haben kann man schließlich auch erkennen, wenn man sie rein- und rausgehen sieht”, so Roland Mary. Was aber künftig tun gegen unbebetene Fremdies (im Gegensatz zu Selfies)? Leibesvisitation? Nacktscanner? Oder eine spezielle Handy-Garderobe? Nichts davon, außer vielleicht demnächst einem kleinen Spruch in unserer Speisekarte, auf das Fotografieren von anderen Gästen doch bitte zu verzichten.

Bis die Tage!

Fashion & Fußball? Eine Welt!

Hop oder top?

In den letzten Tagen standen wir vor einem ernsthaften Gewissenskonflikt. Einerseits startete am Dienstag die Fashion Week – neben der Berlinale für uns das Top-Ereignis des Jahres mit der Crème de la Crème der deutschen Modeschaffenden. Andererseits stand am selben Tag Fußball an. Nicht irgendein Spiel, sondern WIR im Halbfinale gegen Brasilien! Die Frage kam auf, ob wir die heiligen Hallen des borchardt entweihen und über den Mosaikfresken hinter der Bar eine Leinwand entrollen sollten oder, ob wir den ortsansässigen Technikmarkt mit dem Ankauf eines halben Dutzend XXL-Fernseher beglücken sollten, zur Bestückung unserer neuen Eventetage, intern 1.og genannt.

 … oben oder unter oder was?

Variante zwei wurde beschlossen. Bitte?! Eventetage im borchardt? Nie davon gehört? Kein Wunder, wir haben ja auch nie darüber gesprochen, außer mal so zwischen Nachtisch und Zigarette. Also: unsere kuschelige Altstock-Wohnung in all ihrer bezaubernden, salonhaften ‘Omi meets Gentleman Club’-Haftigkeit im 1. og über dem borchardt sollte eigentlich im September feierlich eingeweiht werden. Aus akutem Anlass wurde sie aber fussballfein gemacht, aufgeräumt und aufgerüscht. Raus mit den ollen Ordnern und Dekorations-Katalogen, rein mit den Megaglotzen. Jede Extra-Stuhl, den wir im Haus dingfest machen konnten, wurde hoch geschleppt, ebenso Getränke und Eiskübel, das Personal und Küche seelisch eingetunt und ab ging’s.

 Gänsehautentzündung im 1.og

Die Stimmung braucht man nach so einem ‘Wahnsinnsspiel aller Zeiten’ wohl nicht beschreiben, die kollektive Gänsehaut-Entzündung (frei nach Mehmet Scholl), die Jubelsalven bei diesem historischen Torgewitter, dem wir alle live beiwohnen konnten, die Freudentränen bei dem Bewusstsein, zwar nicht in Brasilien zu sein, aber doch irgendwie im Auge des Taifuns – und all das in einer pickepacke mit Stammgästen vollgestopften Lounge, während unten der normale borchardt-Wahnsinn weiterging. Unvergesslich, darauf einen Ruinart!

 So much en vogue & Regengüsse vom Himmel

Dem Dienstagabend (der faktisch ein früher Mittwochmorgen geworden ist) folgte logischerweise der Mittwochabend und mit ihm das tradionelle Highlight der Fashion Week: die „Vogue Fashion Night Out“ von Mercedes Benz und der deutschen Vogue. So much Glam in unserm Haus! Der Haider war da, die Tutia und die Johanna, der Dawid, die Malaika, der Alexander und die Isabell, die Dorothee und die Johanna, die Lena, der Michael, die Odély mit der Anneli, der Tim und auch der Hien. Mit andern Worten: großes Kino! Das große weiße Zelt, das in weiser Wetter-Voraussicht am Nachmittag im Innenhof errichtet worden ist, ausgeschlagen mit Wänden aus echtem Grass, war auch der Volltreffer. Alles Details und all die beautiful People findet Ihr über diesen Link: http://www.vogue.de/people-kultur/people-news/event-mercedes-benz-und-vogue-fashion-night-juli-2014#galerie/74

Bis die Tage!

 

 

Fa Fa Fashion Week in Berlin

Wir sind alle chic, oder nicht?

Einer unserer Stammgäste hat es einmal so formuliert: „Berlin ist nicht elegant. Gebt Euch nicht zu viel Mühe, Ladys!“. Stammgäste widersprechen wir nur ungern, aber in dem Punkt irrt der Mann. Berlin ist chic. Wir haben die David Bowie Ausstellung (extrem sehenswert!), die Supermodels in der CWC Gallery und die Mercedes Benz Fashion Week, die an diesem Dienstag startet und zweimal im Jahr dazu führt, dass die ganze Stadt Mode atmet . Dann ist Berlin noch sexier, als es so schon ist, reich (an Ideen und Inspirationen) und elegant.  In Mitte vernehmen wir diesen Pulsschlag besonders deutlich, wenn die Limousinen vor unserer roten Markise halten und die kreative Crowd absetzt. Was für ein toller Anblick, jedes Mal aufs Neue! Das Auge isst bei uns ja schließlich auch mit.

Was zwischen die Zähne und was auf die Rippen

Apropos Essen: Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Modeszene nicht isst. Alles Hungerhaken, die an Salatblättern nagen. Was für ein Blödsinn! Wir können bestätigen, dass auch in diesen Kreisen gegessen wird und manches Model über einen solch gesegneten Appetit verfügt wie über ein gesegnetes Aussehen und einen fabelhaften Stoffwechsel noch obendrauf.

Hilfe, was ziehen wir an?

Zur Fashion Week kommt jeder, schaut jeder. Wenn Vogue, Elle, Harpers Bazzar, Cosmo, Grazia, Bunte, Gala, Instyle & Co am Nebentisch sitzen, wollen alle eine gute Figur machen. Schwarz geht immer. Unser Glück, denn Schwarz/Weiß ist unser Arbeitsoutfit. Andere Vorbereitungen zur Fahsion Week sind aufwändiger. Es beginnt, wenn die jeweils letzte MBFW vorbei ist und die neuen Reservierungen eintreffen. Fünf Wochen vorher fragen wir uns: Wer soll wo sitzen? Wer soll neben wem sitzen. Und am Wichtigsten: Wen setzen wir lieber nicht neben einander? Und: Haben wir genug Personal, ausreichend Champagner, Austern? Beim Personal wird aufgestockt, was Beine hat und qualifiziert ist. Weinkeller und Kühlkammern sind gefüllt, als würde es kein Morgen geben. Also vamos lá, auf geht’s, wie beim Fußball (den wir übrigens auch übertragen, im 1.OG).

Come on let’s VOGUE oder alle guten Dinge sind 11

Unser absolutes Highligh seit inzwischen zehn Fashion Weeks ist die Fashion Night von Mercedes Benz und VOGUE. Diese Night to Remember findet traditionell mittwochs bei uns statt, mit VOGUE-Chefredakteurin Christiane Arp als Gastgeberin. Zum elften Mal treffen sich in dieser Woche Medien- und Modemacher, Models, Messerbesucher und Berlins Schauspielelite. „Das Tolle während der Fashion Week ist die Mischung der Leute“, berichten unsere Restaurantleiter, die ihre Mannschaften „regelrecht fliegen sehen“. Es ist wahnsinnig viel zu tun, es gibt wahnsinnig viel zu lachen. Closed Shop? Nein, jeder ist herzlich willkommen. Die Küche arbeitet mit Doppelschichten von mittags um 12 bis nachts um zwei Uhr. Und wer um drei Uhr kommt? „Der wird auch nicht hungrig nach Hause geschickt“, sagt unser Team.

Wir wünschen allen eine Fa Fa Fun auf der Fashion Week!

Fotocredit: Markus Nass für VOGUE/ Merces Benz Vogue Fashion Night 2014

 

 

Romeos Reaktion oder Famous for more than 15 Minutes

Wellenreiten auf der Sympathie-Woge

Wenn jemand eine Lebensentscheidung trifft, so wie Romeo Vaubourg – unser Restaurantleiter und altgedienter Top-Kellner, der nach 18 Jahren in diesem Sommer das borchardt verlässt, um auf Weltreise zu gehen – weiß man nie, wie das Umfeld reagiert. Gelangweilt, zur Kenntnis nehmend oder mit echtem Interesse. In Romeos Fall ist ihm eine derartige Woge an Sympathie-Bekundungen zugeschwappt, die uns und vor allem ihn selber umgehauen hat.

Jeder wollte die Geschichte hören von dem Jungen, der in Strassburg zur Welt kam, auf einem Bauernhof in der Ardèche aufwuchs, in Nizza eine Ausbildung zum Hotelfachmann machte und nur deshalb in Deutschland strandete, weil so viele deutschsprachige Touristen an der Côte d’Azur waren. „Die Leute haben mich in der letzte Woche im Restaurant angesprochen“, erzählt Romeo, „auf der Straße, beim Einkaufen im Supermarkt. Überall!“ Der Tenor ging von „Ui, wie schade“, über „Viel Glück!“, bis „Erzähl, was ist wirklich passiert?!“. Um das hier noch mal klarzustellen: im Bauch eines Restaurants mag’s manchmal rauer zugehen, aber wir haben ihm nie ein Härchen gekrümmt. (Tse, wäre ja wohl noch schöner!).

Merci, Chéris

Und was sagt der Mann der Stunde dazu, überwältigt ebenfalls von den rührenden Danksagungen und guten Wünschen von unserer Facebook-Community? „Isch bin gar nischt auf Fääässbuk!“. Mais non?! Also liebe Facebook-Freunde unseres Hauptstadt-Restaurants, hier ist Romeos Message an Euch: „Vielen Dank, dass Ihr alle so lieb an mich gedacht habt. Ich bin unheimlich gerührt darüber. Für mich war das borchardt immer wie eine zweite Heimat und wird es auch bleiben. Das hat nicht nur mit den netten Kollegen zu tun, sondern mit den tollen Gästen und der Atmosphäre. Man liebt ja seinen Beruf. Merci!“

Apropos Gäste: in 18 Jahren hat Romeo sie alle gehabt, an seinen Tischen: die Schönen und die Reichen, die Aufstrebenden und die Einflussreichen, die Wichtigen und die Berühmten, die Kreativen und die ganz Privaten. Was er selten hatte, waren die Nörgler. Selbst nicht, als er mal beladen mit vollen Tellern vor seinen Gästen zu jäh abbremste und alle Steaks auf dem Boden landeten, statt auf dem Tisch. „Aah, das kann passieren“, sagt Romeo, und auf seine unwiderstehliche, französische Art: „Shit happens, das weiß man doch!“. Oh Romeo, Du wirst uns fehlen!

Sag zum Abschied leise Adieu

Scheiden tut weh oder Romeo is leaving

Wer zu Abi- oder Studizeiten selber mal gekellnert hat, weiß, dass der Job Spaß macht, aber verdammt tough sein kann. Das kriegt der eine mit der nötigen Professionalität und der richtigen Einstellung gut hin – und der andere nicht. Romeo Vaubourg, seit 18 Jahren einer der verdientesten Kellner im borchardt und längst aufgestiegen zum Restaurantleiter, passt zweifelsohne in die erste Kategorie. Als Kellner im Herzen gehört der Mann ohnehin einer besonderen Gattung Mensch an, denn Kellner tragen ihre Persönlichkeit vor sich her wie ein volles Tablett mit Gläsern. What you see is what you get! In Romeos Fall ist das nicht der krawallige „Don’t mess with me!“-Typ. Seine Waffe ist sein französischer Charme, den wir vermissen werden, denn Romeo verlässt uns.


Ne me quitte pas… oder doch?!

Was war passiert? Sagen wir es so: nach 18 Jahren ist ein Mensch erwachsen und jedwede Beziehung ebenso! Wer sich mag, muss Freiräume gewähren und loslassen können. Romeo ist nicht etwa durchgebrannt zu einem anderen Restaurant (bis Mitte August bleibt er uns auch noch erhalten), sondern ist nach der physischen Plackerei, die sein Job mit sich gebracht hat, neugierig, andere Pfade zu erkunden und mehr noch, die ganze Welt. Sein Plan ist es, zwölf Monate abzutauchen – und das ist nicht nur sprichwörtlich gemeint. Romeo interessieren die Tauchreviere vor den Küsten Thailands, Malaysias, Kambodscha, Laos’ (please say hello to Mekong River!), Bangladesh, Indonesien und den Philippinen. Und weil das alles noch nicht weit genug weg ist, will er auch noch die französischen Kolonien, den Jemen, Jordanien und Israel dranhängen. Nicht tauchend, natürlich.

borchardt als Fluch oder Segen – haben wir was falsch gemacht?

Berlin sollte eigentlich nur ein Sprachstopp werden – wegen der vielen deutschen Gäste an der Côte d’Azur, wo der junge Romeo, der auf einem Bauernhof in der Ardèche aufwuchs, seine Ausbildung machte. Von Nizza führte der Weg über Hamburg nach Berlin, mit einem kurzen Gastspiel im Café Einstein geradewegs ins borchardt. „Früher war Berlin ein Rausch, ein Leben zwischen Ost und West. Jeder Tag war anders“, sagt Romeo. „Das borchardt war für mich wie eine große Familie“. Man schlug und küsste sich. Seine Lieblings-Schicht? „Die Wochenenden, da kommen die Gäste privat zu uns mit ihren Kindern.“ Romeo mag die Eltern und die Kinder. Beides hat er selber nicht. Was er macht, wenn er wieder auftaucht? „Meditieren, in ein Kloster gehen und zu mir kommen“. Den Job, sagt er, kriegt er erst mal nicht aus dem Kopf. „Das wird Wochen dauern oder Monate“. Und wenn die Sehnsucht brennt? „Dann komme ich zurück nach Berlin“, sagt Romeo. Sein Plätzchen im Restaurant halten wir ihm warm.

Versprochen!

Romeo Vaubourg

Gut Blog will gut Weil haben

Blog! Blog! Jemand zuhause?!

Zugegeben, wir waren eine zeitlang weg vom virtuellen Fenster. Um die Wahrheit zu sagen haben wir uns seit dem „Making of the Schnitzel“-Film ein wenig debloggiert und uns ausschließlich dem gewidmet, was wir noch besser können: Leben in die Bude bringen, köstliches Essen auf den Tisch und den Laden am Laufen halten.

Wie ein Schiff auf großer Fahrt haben wir weder angelegt, noch Anker geworfen, sondern sind auf Kurs weitergesegelt. Immer schön im Gespräch mit Crew und Besatzung, aber ohne virtuelle Flaschenpost. Damit soll jetzt Schluss sein, Blog sei Dank! Ab sofort wollen wir wieder Einblicke hinter die Kulissen gewähren und von dem berichten, was sich im borchardt Neues tut.

Schlaflose Nächte – borchardt goes TV

Vor ein paar Monaten hat es an einem unserer Tische einen kreativen Knall gegeben und die Idee zum neuen Opel-Spot war geboren – mit Scholz & Friends als geistigem Vater und uns als dem Part der unbefleckten Empfängnis, bzw. Kulisse für das Experiment „Umparken im Kopf“. Die Message: Früher fuhr nur ein einziger Promi Opel, heute ist Opel gesellschaftsfähig, weil sich alle Promis zu der Marke bekennen.
Opel und borchardt in einem Spot. Passt das überhaupt? Opel, als Inkarnation der Bürgerlichkeit, borchardt, als Inbegriff der gelebten Hauptstadt-Dekadenz?! Zwei Antipode, keine Zweifel.

Um den Dreh durchzuziehen, mutierte das borchardt über drei Tage zum 24h/7day-Business. Sobald der letzte Gast das Restaurant verlassen hatte gingen die Dreharbeiten los; nachts ab 2 Uhr, nachts um 3 Uhr und einmal sogar erst um 4 Uhr. Drehende war morgens um 9 Uhr – eine Stunde bevor die Frühschicht anfing mit den Vorbereitungen für den neuen Tag. Für unsere stehfähigen, partyerprobten Restaurantleiter eine echte Herausforderung.

We love Stammgäste

Was uns die Zusammenarbeit mit Regisseur Sebastian Schipper einfach machte, war der Fakt, dass unsere Film-Promis ihre Cameo-Auftritte weder proben, noch faken mussten. Von Joachim Krol, über Ken Duken, Bettina Zimmermann, Caroline Herfurth, Fahri Yardim, Nadja Uhl bis hin zu Groß-Opel-Master Jürgen Klopp gehören alle zu den liebgewonnenen borchardt-Regulars.

Apropos Klopp. In der letzten Szene fährt er über die regennasse Straße vom borchardt in die Nacht. Pech mit dem Wetter, möchte man meinen. Aber nein, Absicht der Macher, die einen authentischen, urbanen Look wollten, und dafür extra die Regenmaschine heranschafften. Unser Fazit: Geschirr ging zu Bruch, es wurde viel gegackert und gelacht und einmal standen versehentlich Pappteller aus der Film-Requisite vor den Gästen, was nicht gerade typisch für uns ist, aber witzig.

Der Clip polarisiert bis heute. Wir werden täglich darauf angesprochen. Die Kommentare von: „Das passt null zum borchardt“ bis „Bravo, sehr gut gemacht, das Ding, guter Plott!“. Was wir davon halten? Letzteres!

Bis die Tage!

Désirée Nosbusch und Dieter Zetsche durchs Fenster gefilmt

RTL Exclusiv berichtete

Damit sich unsere Gäste – ob nun prominent oder nicht – bei uns wie zu Hause fühlen, legt das Borchardt seit jeher allergrößten Wert auf Diskretion und Privatsphäre.

Das Borchardt als foto- und filmfreie Zone

Gerade jetzt, da die Berlinale in vollem Gange ist, schreiben wir uns auf die Fahne unseren Gästen einen perfekten Abend in privater Atmosphäre zu bieten. Aus diesem Grund wurden, zusätzlich zum bereits vorhandenen Sichtschutz in Richtung Französische Straße, die Fenster mit einer speziellen Folie abgeklebt. Dadurch bieten wir beste Voraussetzungen damit nicht wieder durchs Fenster gefilmt wird.