Prost Fastenzeit: Wenn das Bier zur Hauptmahlzeit wird

Zwischen Aschermittwoch und Ostern liegt die Fastenzeit und damit viele enthaltsame, karge, hungrige Tage. Denkste! Denn wer jetzt übermäßiges Mitleid mit der fastenden Bevölkerung entwickelt, sollte sich beim nächsten Brauhausbesuch ein zünftiges Fastenbier zapfen lassen.

Die sogenannten Fastenstarkbiere beinhalten mindesten 18 Prozent Stammwürze, über 7 Prozent Alkohol und gehören zu den Doppelbockbieren. Der vollmundige, schwere Geschmack macht das Fastenbier zu einem perfekten Sattmacher.

Den Leitspruch “Flüssiges bricht Fasten nicht” nahmen sich im Mittelalter die Mönche zu Herzen und brauten ein Bier, das sich vom Nährwert und Geschmack deutlich von dem im Kloster alltäglichen, dünnen Haferbier unterschied. Fünf bis zehn Liter dieses besonderen Starkbiers ließen sich die Mönche in der Fastenzeit täglich schmecken und bewahrten sich so vor allzu großem Hunger und dem Erfrieren in den ungeheizten Klosterräumen.

Das “flüssige Brot” der Mönche ist bis heute als sättigende, wohlmundende Alternative zur in der Fastenzeit verbotenen festen Nahrung beliebt. Vor allem in den noch existierenden Klosterbrauereien und süddeutschen Traditionsbrauereien wird der beliebte Malztrunk noch gebraut und der Fastenbockanstich wird ähnlich zelebriert wie die Weihnachtsbock- und Maibockanstiche.

Übrigens: Der Bayerische Brauerbund beteuert, Doppelbockbier habe nicht mehr Kalorien als Vollmilch. Auf die bis zu zehn Liter täglich, mit denen sich die Mönche damals über den Tag retteten, sollten Sie dennoch verzichten. Der kräftige Malztrunk lässt sich in Maßen deutlich besser genießen, egal ob Sie gerade fasten oder nicht.

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